Lernpfade: Du legst fest, was gerechnet wird. Nicht die Verlinkung im Katalog.
Einzelne Übungen zu verlinken, ist einfach. Eine Übungsrunde daraus zu machen, war es bisher nicht: Der Schüler sollte genau diese fünf Übungen bearbeiten, in dieser Reihenfolge, und am Ende sollte etwas dabei herauskommen, das er vorzeigen kann. Genau das können die Lernpfade jetzt — ohne Anmeldung, ohne Konto und ohne dass irgendwo Schülerdaten gespeichert werden.
Was ein Lernpfad ist
Ein Lernpfad ist eine Handvoll Übungen in einer festgelegten Reihenfolge. Der Schüler scannt einen QR-Code, landet in der ersten Übung und wird danach automatisch von Übung zu Übung weitergeführt — die normale Verlinkung der Seite ist für die Dauer des Pfades außer Kraft gesetzt. Am Ende steht eine Auswertung über alles.
Für dich heißt das: Du hast die Kontrolle. Du legst fest, welche Übungstypen in welcher Reihenfolge gerechnet werden und wie viele Aufgaben pro Übungstyp ausgeführt werden.
So stellst du einen zusammen
Geh auf eine Themenseite unter Übungen oder in die Suche. Vor jeder Übung steht ein Kästchen — hak an, was dazugehören soll. Du kannst dabei das Thema wechseln und über mehrere Seiten hinweg sammeln; die Auswahl bleibt erhalten, solange das Fenster offen ist.
Unten erscheint eine Leiste mit deiner Auswahl. Dort setzt du das Häkchen bei „als Lernpfad". Das ist der entscheidende Schalter: Ohne ihn bekommst du wie gewohnt eine Liste einzelner Übungen, jede mit ihrem eigenen QR-Code — gut für ein Arbeitsblatt, auf dem du zwischendurch selbst etwas schreibst („Wer bei den Klammern noch unsicher ist, übt hier weiter"). Mit Häkchen wird daraus eine zusammenhängende Kette.
Die Reihenfolge innerhalb deiner Auswahl ist die des Katalogs, nicht die deiner Klicks. Es ist also egal, in welcher Folge du die Häkchen setzt — zwei Ausdrucke derselben Auswahl sehen gleich aus.
Wie viele Aufgaben pro Übung?
Sobald der Lernpfad-Modus läuft, erscheint neben jeder angehakten Übung ein kleines Feld mit der Aufschrift Anzahl. Trägst du dort eine Zahl ein, rechnet der Schüler in dieser Übung genau so viele Aufgaben. Lässt du es leer, gilt, was die Übung selbst vorsieht.
Das ist unscheinbar, aber es ist der Hebel, der eine Übungsrunde in eine Schulstunde passen lässt. Die Übungen dauern unterschiedlich lange, und wie lange eine wirklich dauert, weiß man meist erst, wenn man sie ein paarmal mit einer Klasse gemacht hat. Meine eigene Erfahrung: Ich habe fast immer nach unten korrigiert.
Wie der Pfad zu den Schülern kommt
Es gibt drei Wege, und sie schließen sich nicht aus.
Auf Papier. „Als Word-Datei" oder „In die Zwischenablage" erzeugt ein Dokument. Seite 1 trägt den großen Start-Code und darunter die Liste der Übungen — das ist die Seite, die auf das Arbeitsblatt der Schüler kommt. Seite 2 enthält die Übungen noch einmal ausführlich, mit Links und Einzel-Codes; die behältst du, bzw. zwei, drei Exemplare zur Sicherheit können nicht schaden.
An die Wand. In der Exportleiste steht der Knopf „Start-Code zeigen". Der wirft den Code bildschirmfüllend an den Beamer. Gedacht für die spontane Runde: Am Ende der Stunde sind noch zehn Minuten übrig, du hakst drei Übungen an, zeigst den Code, fertig. Kein Ausdruck, kein Dokument.
Am Rechner. Unter dem Start-Code im Dokument steht ein anklickbarer Link. Wenn deine Klasse am Computer arbeitet oder du das Blatt über eine Lernplattform verteilst, ist das der bequemere Weg — ein QR-Code auf dem Bildschirm nützt niemandem.
Verschiedene Pfade für verschiedene Schüler
Weil ein Pfad in zwei Minuten zusammengestellt ist, lohnt es sich, mehrere zu haben. Drei Beispiele aus dem Unterricht:
- Nach Bedarf verteilen. Ein Pfad zum Erweitern und Kürzen, ein zweiter zum Addieren — wer was braucht, bekommt den passenden Zettel. Für die Schüler sieht es gleich aus, sie scannen einfach ihren Code.
- Etwas für die Schnellen. Ein zweiter Pfad in der Hinterhand, den du ausgibst, wenn jemand vorzeitig fertig ist. Oder du schickst ihn über die normale Verlinkung weiter: Ohne Lernpfad läuft die Seite ja wie immer.
- Selbst wählen lassen. Zwei oder drei Pfade an der Tafel, die Schüler entscheiden, was sie üben wollen. Das funktioniert erstaunlich gut, wenn die Pfade klar benannt sind.
Die Urkunde
Am Ende des Pfades landet der Schüler auf einer Auswertung über alles: eine Zeile je Übung mit richtig, falsch und Punkten, die Summe darunter und ein Bild, das die Trefferquote widerspiegelt. Er trägt seinen Namen ein und kann die Urkunde speichern oder ausdrucken.
Damit ist das Problem gelöst, das mich am meisten gestört hat: Was zu Hause geübt wird, war bisher nicht nachweisbar. Jetzt bringt der Schüler etwas mit. Im Unterricht ist es noch einfacher — er zeigt dir die Urkunde auf dem Gerät, und du siehst auf einen Blick, was er gerechnet hat.
Auf der Urkunde steht ein zweiter QR-Code. Scannst du ihn, landest du auf einer Prüfseite, die dir die Daten mit einem grünen Haken zeigt — oder meldet, dass sie nicht zum Code passen. Wer den Namen im Bild nachträglich ändert, fliegt damit auf. Die Prüfung läuft vollständig auf deinem Gerät; es wird nichts übertragen und nichts gespeichert.
Was die Urkunde nicht verhindert: dass jemand den Pfad ein zweites Mal bearbeitet und ein besseres Ergebnis holt. Das ist Absicht. Die Aufgaben werden jedes Mal neu ausgewürfelt — noch einmal üben ist genau das, was passieren soll. Deshalb steht auf der Urkunde auch keine Note, sondern nur, was gerechnet wurde. Eine laufende Nummer ist trotzdem darauf: Wenn drei Schüler dasselbe Blatt abgeben, siehst du es.
Wenn jemand den Faden verliert
Der Pfad lebt im Browser des Schülers, solange der Tab offen ist. Schließt er ihn, ist die Reihenfolge weg — die Übungen laufen dann wieder über ihre normale Verlinkung weiter.
Dafür ist Seite 2 des Dokuments da, die du behalten hast. Zu jeder Übung steht dort ein eigener Code. Der Schüler sagt dir, wo er zuletzt war, scannt die passende Zeile — und wird von dort an wieder durch den Rest des Pfades geführt. Die Urkunde am Ende deckt dann folgerichtig nur den Rest ab.
Was der Lernpfad nicht kann
Damit es keine Überraschungen gibt, ein paar Grenzen offen benannt:
- Höchstens acht Übungen. Jeder Code trägt die ganze Liste, wird also mit jeder weiteren Übung dichter. Bei acht ist Schluss — darüber verschwindet der Schalter. Der Grund ist der Ausdruck: Auf Kopierpapier und aus einfachen Druckern wird ein dichter Code fummelig zu scannen, und dann hakt es bei allen gleichzeitig. Für eine Schulstunde oder eine Hausaufgabe reichen acht ohnehin.
- Tafelbilder und Merkregeln sind keine Stationen. Du kannst sie mit auswählen, sie stehen dann im Dokument bei den Übungen — aber sie haben keinen Aufgabenzähler und kein „weiter", der Pfad würde dort enden. Sie sind Beigabe, nicht Teil der Kette.
- Animationen zählen nicht mit. Die Animationsübungen und die Lückentexte zum Ziehen erscheinen nicht in der Auswertung. Sie tragen weder Punkte noch zählen sie Fehler. Wenn eine davon im Pfad steht, wird sie durchgeführt, fehlt aber später auf der Urkunde.
Und jetzt eine Frage an dich
Bei der Zahl der Aufgaben pro Aufgabentyp tappe ich im Dunkeln. Ich habe eine Einschätzung für die Aufgabentypen, die ich selbst oft einsetze — für alle anderen nicht. Deshalb: Wie viele Wiederholungen eines Übungstyps haltet ihr für sinnvoll? Und gibt es Übungen, bei denen die Voreinstellung deutlich daneben liegt?
Schreib mir gern über das Kontaktformular oder über den Feedback-Link, der in jeder Übung im rechten Seitenmenü steht. Aus solchen Rückmeldungen entstehen die besseren Voreinstellungen — und manchmal auch die nächste Funktion.